
Wieso suchen Menschen immer noch und immer wieder nach Dingen, die nicht gefunden werden können? Was ist die Faszination des Aussichtslosen, was nehmen Kryptozoolog*innen auf sich, um den fabulösen Fantasietieren nachzuspüren, was haben Sisyphus und Žižek damit zu tun? Ist es wichtig, ob Bigfoot, der Heilige Gral, die Blaue Blume oder Einhörner gesucht werden?
Wieso sind Kryptiden in der Folklore regional stark verortet und gibt es auch global gültige Suchbewegungen? Was macht den Wolpertinger bayerisch, Nessie schottisch und den Yeti nepalesisch – oder vielmehr, wie konstruiert der Wolpertinger Bayern, wie konstituiert der Yeti den Himalaya und wie konsumiert der Nessie-Tourist Schottland?
Welche Regionen eignen sich ganz besonders für das Mischwesen-Versteckspiel und kümmert sich die Heimat- und Kulturpflege hier auch entsprechend um die Erhaltung der Habitate?
Theoretische Betrachtungen über, sowie praktische und unpraktische Vorschläge für die Jagd nach dem Unmöglichen und die Öffnung von Möglichkeitsräumen im Unwahrscheinlichsten sind das Thema dieses Abends. Freundliche Hauskryptiden sind (in qualifizierter Begleitung) willkommen.
Claudia Preis promovierte zu einer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, in Europäischer Ethnologie, interessiert sich für alle realen und imaginären, derzeitigen und historischen Wunderlichkeiten des Lebens und ist seit mindestens einem Vierteljahrhundert im skeptischen Denken und Handeln aktiv. Sie ist Mitglied bei Skeptix e.V., dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und würde Wolpertinger deutlich vehementer nachjagen, sähen sie nicht so aus, als röchen sie nicht besonders gut.
